30.09.2014

Hafen Königs Wusterhausen wird Güterverkehrszentrum

Der Hafen ist jetzt zum Güterverkehrszentrum (GVZ) Schönefelder Kreuz geworden – und damit das 5. Güterverkehrszentrum in Brandenburg und das 1. im Kammerbezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus.

„Der Logistik- und Wirtschaftsstandstandort Hafen Königs Wusterhausen/Wildau hat sich in den vergangenen Jahren hervorragend entwickelt. Mit dem Schritt zum Güterverkehrszentrum sind neue Chancen verbunden, die weit über die Region Berlin/Brandenburg hinausstrahlen. Die besondere Stärke des GVZ Schönefelder Kreuz liegt dabei in der trimodalen Verladung der Güter, das heißt in der Kombination der Verkehrswege von Straße, Wasser und Schiene, die so in Brandenburg einmalig ist“, erklärt IHK-Präsident Klaus Aha. Er überreichte am 24. September 2014 aus diesem Anlass eine Ehrenurkunde an Reinhard Schuster, dem Geschäftsführer der kommunalen Hafengesellschaft LUTRA GmbH in Königs Wusterhausen.
Zugleich wies Aha darauf hin, dass ohne den notwendigen Ausbau der Schleuse Kleinmachnow am Teltowkanal und der Schleuse Fürstenwalde an der Oder-Spree-Wasserstraße das wasserseitige Potenzial des Hafens nicht vollständig ausgeschöpft werden kann.
„Das GVZ Schönefelder Kreuz, als Bestandteil des Logistikknotens Berlin ist der optimale Standort für den Ost-West-Güterverkehr im europäischen Wasserstraßennetz. Doch solange die Engpässe durch die Schleusen Kleinmachnow und Fürstenwalde bestehen, ist der Wasserweg Richtung West- und Osteuropa für größere in Europa standardisierte Güterschiffe nicht nutzbar“, so Klaus Aha.
Ein Bündnis aus IHKn und Wirtschaft fordert daher vom Bundesverkehrsministerium, seine Haltung zur Klassifizierung der Ostdeutschen Wasserstraßen zu korrigieren – das betrifft die Herauslösung des Teltowkanals und der Spree-Oder-Wasserstraße aus dem Transeuropäischen Verkehrsnetz (TEN-T) und den Ausbaustopp der Schleusen. Das Bundesverkehrsministerium hatte die Pläne zum Ausbau der beiden Schleusen gestoppt, da alle ostdeutschen Wasserstraßen in ihrer Bedeutung zurückgestuft wurden. Gegen diese Maßnahmen läuft z. Z. die von den brandenburgischen IHKn unterstützte Petition „Dem Osten nicht das Wasser abgraben“ an den Deutschen Bundestag, die inzwischen von rund 40.000 Unternehmern und Bürgern unterzeichnet wurde.
Der Ausbaustopp für die Schleuse Kleinmachnow ist umso unverständlicher, als für diese bereits ein Planfeststellungsbeschluss vorliegt und die von den brandenburgischen IHKn veranlasste Kostennutzenbetrachtung einen Co-Effizienten von 11,1 ergab. Das heißt: für jeden in den Bau investierten Euro entsteht ein Nutzen von 11,1 Euro. Beim ebenfalls geforderten Ersatzneubau der Schleuse Fürstenwalde liegt dieser Wert bei 8,98.
LUTRA-Geschäftsführer Reinhard Schuster machte deutlich: „Ein Ausbau der Schleusen über ein öffentlich-privates Partnerschaftsmodell (ÖPP) ist unser gemeinsames Ziel mit den Kammern. Eine aktive Unterstützung der Landesregierung zur Durchsetzung dieses Projekts gegenüber dem Bundesverkehrsministerium würde helfen, die Erfolgsgeschichte des GVZ Schönefelder Kreuz im Hafen Königs Wusterhausen fortzuschreiben. Die jetzige Entwicklung zeigt schließlich das enorme Wachstumspotenzial auf.“
„Mit Gesamtinvestitionen von über 60 Millionen Euro, davon allein rund 43 Millionen Euro direkt in die Hafeninfrastruktur, ist der Standort ein echter Wachstumsmotor. Das belegen auch die Ansiedlungsinvestitionen in Höhe von mehr als 85 Millionen Euro, die der Hafen ermöglicht hat. Insgesamt wurden hier über 250 Arbeitsplätze geschaffen“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Krüger. „Derzeit wird der Hafen um 10 Hektar erweitert, womit weitere 12,4 Millionen Euro in den Hafenausbau und seine Infrastruktur fließen.“